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Damen I: Anne Breitreiner, Wasserburgs Aushängeschild - merkuronline, 29.04.2004

Anne Breitreiner in Aktion - Foto: Bachun Erst 19, schon fast perfekt und dazu aus der Region - Anne Breitreiner ist Wasserburgs Aushängeschild

Wasserburg - Natürlich ist sie ein Glücksfall. Nicht nur talentiert ist sie, sondern bereits fast perfekt und schon Nationalspielerin, dazu aus der Region und obendrein gerade mal 19 Jahre alt. Anne Breitreiner ist das Gesicht der der Wasserburger Basketball-Frauen. Sie entscheidet Spiele, gibt dem Team Profil, sorgt für Umschwünge. Das ist bemerkenswert in einer Sportart, in der das für gewöhnlich sehr viel ältere Profispielerinnen aus dem Ausland übernehmen. Zumindest in der Spitze der Liga.

Derzeit hat Anne Breitreiner reichlich Stress. Sie macht ihr Abitur und parallel dazu kämpft sie mit dem TSV Wasserburg gegen Dorsten um die deutsche Meisterschaft, was für Reisen und Anspannung sorgt. Glücklicherweise ist man flexibel in Wasserburg, denn ein praktischer Teil der Abiturprüfung im Leistungskurs Sport hätte am heutigen Freitag durchgeführt werden sollen, der 800-Meter-Lauf. Aber am Abend findet im Wasserburg eben auch das womöglich entscheidende Finale statt. Auch eine Art Leistungskurs Sport. Und bei dem ist Anne Breitreiner längst unverzichtbar.

Dabei betrieb sie bis vor etwa vier Jahren Basketball nur als Zweitsport. Tennis war vorrangig und auch da brachte sie es bis unter die ersten 200 der deutschen Rangliste. Aber Hans Bei, Trainer der Basketball-Frauen, gab nicht auf. "Eigentlich war es peinlich", erzählt er, "ihr immer wieder zu sagen, sie müsse sich entscheiden. Denn auch wenn sie nur einmal pro Woche Basketball trainiert hätte, wäre sie immer noch besser gewesen als viele andere."

Erst vor der letzten Saison gab sie Tennis endgültig auf. Sich zu entscheiden, "war ganz schwer", sagt Anne Breitreiner, "aber ich habe hier die größere Perspektive gesehen." Hans Brei hatte gewonnen. Und schon im ersten Jahr als Vollzeit-Korbwerferin wurde sie mit Wasserburg deutscher Vizemeister und zudem "Rookie of the year", soll heißen: der beste Neuling der Saison. "Das war voll die Ehre", sagt sie im Sprachgebrauch einer 19-Jährigen, und dass ihr diese Auszeichnung auch deswegen so gut gefiel, "weil das Leute wählen, die sich im Basketball auskennen". Nur Wochen danach kam die Berufung in die A-Nationalmannschaft.

"Sie ist schnell, hat Spielintelligenz, sieht in kurzer Zeit die richtige Lösung, ist eine gute Verteidigerin" - Hans Brei kann umfangreich auflisten, was an Anne Breitreiner schon kaum noch zu verbessern ist. "Höchstens an der linken Hand und an der Entscheidungsfreudigkeit muss man noch arbeiten. Aber: Für ihr Alter ist sie schon ziemlich komplett."

Seit früher Jugend ist Anne Breitreiner, die aus dem Nachbarörtchen Haag stammt, nun beim TSV Wasserburg. Durch den Vater kam sie zum Tennis und "hat sich dort früh ans ernsthafte Trainieren gewöhnt und Wettkampfhärte bekommen", wie Trainer Brei sagt. Respekt in der ersten Liga oder dem Nationalteam habe sie nur am Anfang gehabt, sagt sie, "dann habe ich gemerkt, dass ich ganz gut mithalten kann". Und weil alles so schnell geht zur Zeit, wird sie wohl auch erst nach den Endspielen mal darüber nachdenken, dass es ganz gut gelaufen ist. Heute Abend könnte sie ihre furiose Karriere mit dem Titel des deutschen Meisters anreichern.

Wie es weitergeht mit ihr, weiß sie nicht. "Erst mal die Schule fertig machen und dann studieren", sagt sie. Was es sein soll und - ganz wichtig für Wasserburg - wo das sein wird, das kann sie nicht sagen. "Natürlich wollen wir sie halten", sagt Brei, "aber ob das klappt . . ." Die Atempause verrät seine Zweifel. Es wäre schade für Wasserburg.

VON DETLEF DRESSLEIN

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